„kerren“

Kerren am Gründonnerstag

Aus dem Spielmannszugskalender ist diese vorösterliche Aktivität nicht mehr wegzudenken.  

Dabei treffen sich dann einige Spielmannszügler um Mitternacht. Mit Ratschen zieht man dann durch die Strassen von Waldsee. An vielen Punkten im Ort wird dann das “Kerrlied” angestimmt.

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Die echten Kirchenglocken „fliegen einmal im Jahr nach Rom“ – so eine volkstümliche Erklärung. Sie halten Andacht von Gründonnerstag an bis zur Messe in der Osternacht und bleiben stumm. Nur die Ratschen, mit großer Freude (ursprünglich nur von den Ministranten) zu jeder vollen Stunde gedreht, verklären in diesem Zeitraum die Uhrzeit. Der Brauch geht zurück bis in das 6 Jh nach Christus, als es noch keine Kirchenglocken gab. Später entschied man, dass das Kirchengeläut am Karfreitag zu festlich sei, daher die Verwendung der Ratschen. Mancherorts wird aber auch noch am Karsamstag – bis zur Ostermesse geratscht.

Nachdem dann alle Stationen in Waldsee besucht und „bekerrt“ waren, trottet die Teilnehmerschar in das Abschlusshaus zu Annemarie. Annemarie bewirtet uns schon seit Jahren „karfreitagsgerecht“ ohne Wurst und Fleisch wirklich hervorragend. Vielen Dank dafür. Wir bedanken uns auch bei allen „Häusern“, bei denen wir zum Teil schon seit vielen Jahren regelmäßig kerren dürfen und immer die „gute Gab“ bereitsteht.

Hier unsere Kerr-Route durch das nächtliche Waldsee



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